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Die Altstadtbahn

Die Wirklichkeit

In seiner Sitzung vom 28. Juli 2011 hat der Wasserburger Stadtrat mit 18:7 Stimmen beschlossen, die Reaktivierung der Altstadtbahn nicht mehr weiterzuverfolgen und stattdessen die Stilllegung und anschließende Entwidmung der Strecke voranzutreiben. Als Grundlage für diese Entscheidung diente ein Gutachten der Firma Gevas, Humberg & Partner, welches im sogenannten vereinfachten Projektdossierverfahren zu dem Ergebnis kam, die Altstadtbahn sei unwirtschaftlich. Sicherlich auch ausschlaggebend war die Kostenschätzung des Ingenieurbüros Zierl Consult, welches für die Reaktivierung Kosten in Höhe von mehr als 10 Millionen Euro prognostizierte.

Beiden Gutachten, sowohl der Kostenschätzung von Zierl Consult als auch der Fahrgastprognose von Gevas, war deutlich anzumerken, dass sei zu keinem Zeitpunkt neutral und ergebnisoffen durchgeführt wurden, sondern von Beginn an nur zum Ziel hatten, die Kosten möglichst hoch und das Fahrgastpotenzial möglichst niedrig anzusetzen. So fand beispielsweise der touristische Reiseverkehr aus Richtung München überhaupt keine Beachtung, ebenso wenig der Schülerverkehr, nachdem angeblich die Ankunftszeiten der Züge nicht mit den Anfangszeiten der Schulen zusammenpassen würden. Dass die Schulanfangszeiten immer wieder Anpassungen an die Fahrzeiten öffentlicher Verkehrsmittel, i.d.R. eben die Schulbusse, erfahren, wurde dabei ignoriert. Dafür wurde bei den Kosten ein kompletter Neubau der Strecke angesetzt, obwohl dies nach übereinstimmender Einschätzung aller Fachleute mit praktischer Gleisbauerfahrung keinesfalls nötig wäre. Trotz ihres optischen Erscheinungsbildes ist die Strecke größtenteils in einem guten, stellenweise sogar befahrbaren Zustand.

Der Entscheidung des Stadtrates vorausgegangen waren massive Interventionen der Firma Meggle sowie eine extrem einseitige Berichterstattung v.a. durch ein vorwiegend von Meggle finanziertes Anzeigenblatt.

Sollte der Stadtrat sein gefasstes Ziel der Stilllegung und Entwidmung der Strecke Wasserburg Bf – Wasserburg Stadt verwirklichen können, dann ist das Stadtzentrum von Wasserburg für alle Zeiten vom Eisenbahnnetz abgehängt. Aufgrund naturschuztrechtlicher Bestimmungen und topographischer Gegebenheiten wäre auch bei einem geänderten politischen Klima eine Wiedererrichtung der heute durch Bestandsschutz gesicherten Trasse schlicht unmöglich.